Das Objekt des Monats




Das Deutsche Technikmuseum zeigt im Foyer jeden Monat neu ein ausgewähltes Exponat.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des DTM.

In diesem Monat können Sie das folgende Exponat sehen:


Stempeluhr Bürk-Kartenapparat K 29, 1929 - 1974
© SDTB / Foto: C. Kirchner

Stempeluhr Bürk-Kartenapparat K 29, 1929 – 1974

„Acht Stunden arbeiten, acht Stunden Freizeit, acht Stunden Schlaf“ – der Achtstundentag war weltweit eine der zentralen Forderungen der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. In Deutschland wurde aus dieser Forderung nach Ende des Ersten Weltkriegs ein Gesetz: Für Arbeiter gilt der Achtstundentag seit 1918. Angestellte feiern 2019 sein 100-jähriges Jubiläum.

Während der Zeit der Industrialisierung in Deutschland waren Arbeitstage von 12 und mehr Stunden keine Seltenheit – und das sechs Tage die Woche. Um die wachsende Anzahl an Werktätigen und deren Arbeitszeiten besser kontrollieren zu können, wurden Stech-, Stempel- oder Kontrolluhren eingeführt. Mit einer personalisierten Kontrollmarke oder -karte mussten die Arbeitenden an der Maschine registrieren, wann sie die Firma betraten und verließen. Wer nicht die vorgeschriebene Zeit am Arbeitsplatz verbrachte, wurde mit Lohnkürzung bestraft. Stetig wurden technische Neuerungen eingebaut, um der Belegschaft das Schummeln zu erschweren.

In der Arbeiterbewegung waren die Kontrolluhren als Symbol kapitalistischer Unterdrückung verpönt. Viele volkseigene Betriebe in der DDR verzichteten deswegen darauf. Vielmehr wurde versucht, die Menschen durch ein System gegenseitiger Kontrolle und Belohnung zu motivieren.

Einblicke in die Arbeitswelt in der DDR gibt die Fotoausstellung „Gesichter der Arbeit. Fotografien aus Ostberliner Industriebetrieben von Günter Krawutschke, 1971-1986“, die ab dem 6. März 2019 für ein Jahr im Deutschen Technikmuseum zu sehen ist.