Das Objekt des Monats




Das Deutsche Technikmuseum zeigt im Foyer jeden Monat neu ein ausgewähltes Exponat.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des DTM.

In diesem Monat können Sie das folgende Exponat sehen:


Ballonclip für „Lichtgrenze“, 2014
© SDTB / Foto: C. Kirchner

Ballonclip für „Lichtgrenze“, 2014

Im November 2014, 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer, zog sich erneut eine Trennlinie zwischen Ost- und West-Berlin, diesmal allerdings nur, um sie wieder verschwinden zu lassen. Es handelte sich um ein vergängliches Kunstwerk zur Feier des 25-jährigen Jahrestages des Berliner Mauerfalls. Die von den Künstlern Christopher und Marc Bauder entwickelte Installation trug den Titel „Lichtgrenze“ und bestand aus tausenden beleuchteten Ballons, die den ehemaligen Grenzverlauf auf 15,3 Kilometern Länge anzeigten. Zum Finale der Aktion hoben die Ballons ab. Jeder Ballon trug dabei eine Karte mit einer persönlichen Botschaft der Person, die ihn gestartet hatte, mit sich.

Nun landeten aber nicht nur die Karten irgendwann. War die schöne Aktion also gleichfalls eine Form von Vermüllung? Der eigentliche Ballon bestand aus bioabbaubarem Naturkautschuk, zum sicheren Verschluss war allerdings ein Clip nötig. Damit dieser sich in der Umwelt ebenfalls mit der Zeit zersetzt, fertigte das Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an der Hochschule Hannover extra für die Installation besondere Ballonclips an.

Die Clips bestehen aus einer speziell angepassten Biokunststoffmischung. Sie müssen nicht nur bioabbaubar, sondern auch fest und elastisch genug sein, um nicht schon beim Verschließen des Ballons den Abbau durch Zerbrechen einzuleiten. Der Hauptbestandteil ist Polymilchsäure (PLA), die sich aus Zuckern gewinnen lässt. Die Ballonclips bestehen also aus nachwachsenden Rohstoffen und sind bioabbaubar. Damit ist die „Lichtgrenze“ in der Tat eine vergängliche Kunstinstallation.



Eine speziell für die Ballonclips angefertigte Gussform.
Mudersbach/IfBB

Eine speziell für die Ballonclips angefertigte Gussform. Mudersbach/IfBB

Die Lichtgrenze zeichnete vom 7.-9. November 2014 den ehemaligen Mauerverlauf auf 15,3 Kilometern nach.
25 Jahre Mauerfall/LICHTGRENZE, © Kulturprojekte Berlin / Foto: Camilo Brau

Die Lichtgrenze zeichnete vom 7.-9. November 2014 den ehemaligen Mauerverlauf auf 15,3 Kilometern nach. 25 Jahre Mauerfall/LICHTGRENZE, © Kulturprojekte Berlin / Foto: Camilo Brau