Das Objekt des Monats




Das Deutsche Technikmuseum zeigt im Foyer jeden Monat neu ein ausgewähltes Exponat.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des DTM.

In diesem Monat können Sie das folgende Exponat sehen:

Hosenfaltenbügler, Horolac, 1930-35
© SDTB/ Foto: C. Kirchner

Hosenfaltenbügler Horolac, 1930-35

Angeblich lässt sich die Entstehung der Bügelfalte auf eine während einer Sportveranstaltung durchnässte Hose des späteren englischen Königs Edward VII. (1841-1910) zurückführen. Zum Trocknen wurde sie zwischen zwei Holzbretter gelegt, das Resultat war die erste Bügelfalte. Edward gefiel der neue Stil so gut, dass er mit Bügelfalten zur Siegerehrung erschien. Ob diese Geschichte stimmt, ist fraglich. Sicher ist aber, dass sich die Bügelfalte ab Ende des 19. Jahrhunderts in der Herrenmode durchsetzte. In Modezeitschriften finden sich bereits ab 1893 Belege für das Aufkommen der Bügelfalte. Sie verlieh den Hosen einen strafferen und besseren Sitz. Eine Anzughose ohne Bügelfalte wäre heute undenkbar.

Bis vor rund hundert Jahren das elektrische Bügeleisen gebräuchlich wurde, war Bügeln eine schweißtreibende, anstrengende und mühselige Arbeit. In den vergangenen 1000 Jahren wurden verschiedenste Techniken und Werkzeuge entwickelt, die dem Glätten von Textilien dienten. Es wurde gepresst, gewalzt und mit bis zu zehn Kilogramm schweren Bügeleisen gearbeitet, die mit Kohle oder zum Glühen gebrachten eisernen Bolzen bestückten waren.

Es scheint kein Zufall zu sein, dass sich die Bügelfalte in einer Zeit durchsetzte, als auch das Bügeln, durch Verbreitung des elektrischen Bügeleisens, einfacher wurde. Das hier ausgestellte Modell der Firma Horolac versprach, innerhalb von nur einer Minute betriebsbereit zu sein und die Hose sogar während sie getragen wurde bügeln zu können. Ob dies nicht häufig zu Verbrennungen führte, ist leider nicht belegt. Wirklich etablieren konnte der Apparat sich allerdings nicht.

Inventarnummer: 1/2004/0347 – Lackner