Das Objekt des Monats




Das Deutsche Technikmuseum zeigt im Foyer jeden Monat neu ein ausgewähltes Exponat.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des DTM.

In diesem Monat können Sie das folgende Exponat sehen:


Kraftstoffkanister „jerry can“, 1943
© SDTB / Foto: C. Kirchner

Kraftstoffkanister „jerry can“, 1943

Zwei Benzinkanister zeigen, wie sich im Alltäglichen das Besondere verbirgt. Millionen dieser typischen 20-Liter-Behälter werden bis heute verwendet, um Kraftstoffe, Wasser und andere Flüssigkeiten zu transportieren. Im Englischen tragen sie den Spitznamen „jerry cans“ – die Kanister der Deutschen. Doch die beiden ausgestellten Exemplare sind keine deutschen Fabrikate. Der rechte Kanister stammt aus den USA, der linke aus Großbritannien. Das „W↑D“ auf der Seitenwand steht für das britische „War Department“.

Ursprünglich in den 1930er Jahren für die Wehrmacht entwickelt, wurden die praktischen Blechkanister im Zweiten Weltkrieg millionenfach in den deutschen „Blitzkriegen“ eingesetzt. Ohne Treibstoff war kein Krieg zu führen. Den alliierten Armeen fehlte gerade dieses letzte Glied in der Versorgungskette: zuverlässige Benzinkanister.

Der Weg der jerry cans in die Welt begann in Berlin. Beim Ambi-Budd Presswerk in Berlin-Johannisthal wurde 1936 die endgültige Form der Kanister entwickelt. Ein leitender Mitarbeiter des Unternehmens reiste 1939 mit drei Kanistern auf abenteuerlichen Wegen nach Indien und von dort 1940 samt Bauplänen in die USA, wenig später auch nach Großbritannien. Dort entschied man sich zur nahezu identischen Kopie der deutschen Kanister. In den USA wurde eine leicht abgewandelte Variante mit Schraubverschluss hergestellt, die Grundform jedoch beibehalten. Weitere Adaptionen in Italien, Japan und der Sowjetunion folgten. Bis Ende des Zweiten Weltkriegs hatten sich die jerry cans weltweit verbreitet. Bis heute steht dieses Alltagsgut als universelles Symbol eines auf Erdöl basierenden Transportsystems.



Die deutsche Konstruktion der 20-Liter-Kanister wurde im Zweiten Weltkrieg weltweit adaptiert. Hier stapeln zwei Arbeiterinnen die amerikanische Variante der Benzinkanister in einem Depot der US Army in Savannah, Georgia, um 1943.

Die deutsche Konstruktion der 20-Liter-Kanister wurde im Zweiten Weltkrieg weltweit adaptiert. Hier stapeln zwei Arbeiterinnen die amerikanische Variante der Benzinkanister in einem Depot der US Army in Savannah, Georgia, um 1943.

Treibstoffversorgung als Rückgrat der Kriege im 20. Jahrhundert: Soldaten der deutschen Wehrmacht beim Umfüllen von Treibstoff aus Kesselwagen in „Wehrmacht-Einheitskanister“ zum Weitertransport, Sowjetunion 1941.

Treibstoffversorgung als Rückgrat der Kriege im 20. Jahrhundert: Soldaten der deutschen Wehrmacht beim Umfüllen von Treibstoff aus Kesselwagen in „Wehrmacht-Einheitskanister“ zum Weitertransport, Sowjetunion 1941.

Bis heute werden die typischen 20-Liter-Kanister auf dem gesamten Globus für den Transport von Kraftstoffen und anderen Flüssigkeiten verwendet. Hier etwa während der Ölkrise 1973 an einer westdeutschen Tankstelle.

Bis heute werden die typischen 20-Liter-Kanister auf dem gesamten Globus für den Transport von Kraftstoffen und anderen Flüssigkeiten verwendet. Hier etwa während der Ölkrise 1973 an einer westdeutschen Tankstelle.